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Sonntag, 17.09.2006, 18:54

Es gab eine Zeit, da hätte ich eine profane Bitte an das Woman Netzwerk gerichtet. Eine Haarverlängerung vielleicht, damit man die dünneren Stellen am Oberkopf nicht sieht. Ein bisschen Shapen vielleicht, damit der Büro-Speck schneller verschwindet.
Dann kam die Krankheit meiner Mutter. 4 Jahre lang Krebs, 4 Operationen, unzählige Chemos, unzählige Bestrahlungen. Und während ich den Druck manchmal nicht aushielt, depressiv wurde, nach Auswegen suchte war sie der Fels in der Brandung - für unsere ganze Familie. Sie war es die uns aufheiterte, sie war es die jederzeit für die im Vergleich viel banaleren Probleme ihrer FreundInnen da war, sie war es ,die jedem Menschen in ihrer Umgebung vorgelebt hat, was es heißt nicht aufzugeben und jeden Tag zu genießen - Krankheit hin oder her. Meiner Mutter war ein ganz besonderer Mensch, der in seiner Krankheit über sich hinaus gewachsen ist und Dinge zustande gebracht hat, die Ärzte gemeinhin als Wunder klassifizieren. Sie ist im Juli gestorben - und wenn ich einen Wunsch habe, den ich eines Tages unbedingt erfüllt haben will dann ist es dieser: Ich würde gerne eine Stiftung ins Leben rufen die ihren Namen trägt und Frauen, die vom selben Schicksal betroffen sind neue Lebensfreude gibt, in dem sie ihnen Wünsche erfüllt.

Das Bild zeigt übrigens meine Mutter im Januar- nach vier Jahren schwerster Krankheit war sie das erste Mal wieder Schifahren.


 
Es tut mir sehr leid, dass deine Mutter gestorben ist, sie muss eine wunderbare Frau gewesen sein. Und sehr hübsch dazu. Es gibt doch bestimmt Stellen wo du dich erkundigen kannst..? Ich habe leider keine Erfahrung damit. Ich wünsche dir aber alles Liebe..

Barbie
 
danke einstweil für die aufbauenden kommentare
 
Angehörige
Hallo Lillytiger, ich finde es sehr schön, dass du uns so offen über das Schicksal deiner Mutter berichtest, ihre Krankheit, ihr Überlebenskampf und ihre Einstellung dazu. Sehr schätze ich das Foto deiner Mama.

Ich glaube auch, dass es sehr viele Angehörige gibt, die solche ehrlichen, aufmunternde Worte brauchen. Denn es ist so schlimm so tatenlos und kraftlos jemanden bei der Krankheit Krebs zu begleiten.

Du solltest dich an Spitäler richten oder Kirchen wenden, denn dort gibt es Betreuungsstellen für Angehörige von Krebspatienten. Auch an Frau Lauder, die für die rose Schleife (Brustkrebsvorsorge) verantwortlich ist. Sprich mit Ärzten, Krankenschwestern, Priester, denn je mehr von dir und deinem Vorhaben wissen, desto mehr wird es mit der Umsetzung klappen. Du wirst mal berühmte Namen brauchen, um Sponsoren aufzutreiben und um damit in die Öffentlichkeit zu treten.
Eventuell kann dir der Stiftungsgründer der Schmetterlingskinder behilflich sein und mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.
Und bedenke, es wird ein langer, steiniger Weg, aber gib nie auf! Deine Mama wird dir sicher dabei Kraft geben.

Alles Liebe
 
Alles Liebe!
Hallo,
ich wünsch´Dir alles alles Liebe und Gute und vor allem viel viel Kraft!

Sunnylady
 
Meine Freundin,
...hatte leider auch Krebs !

Es war ein Osteosarkom, ein bösartiger Tumor, der bei ihr am Oberschenkelknochen sass.
Sie hatte auch viele Operationen,viele Chemos.
Von der Chemotherapie, hat sie natürlich alle Haare verloren!
Wie Lillytiger's Mutter, hat meine Freundin, UNS aufgeheitert, UNS getröstet, UNS aufgebaut !!!
Sie hat nie die Hoffnung aufgegeben !
Auch nicht, als man ihr das ganze Bein amputieren musste !

Sie hat bis zum Ende fest daran geglaubt,dass sie wieder gesund wird !
Leider hat sie den Kampf verloren!

Meine Freundin, durfte nur 27 Jahre alt werden!

Sie wird immer in meinem Herzen bleiben.

Eliza
  • eliza,
  • 2006.10.28, 19:24
 
Mein Onkel und meine Großmutter
... hatten ebenfalls Krebs und sind beide erst kürzlich - in diesem Jahr - gestorben.

Mein Onkel ist vor dreieinhalb Jahren mit der Diagnose Darmkrebs konfrontiert worden. Unzählige Operationen, Chemotherapien, dann wieder Operationen und Chemotherapien folgten. Bis vor einem Jahr war die Situation so, dass mit Hilfe der Chemotherapien der Tumor auf konstantem Nivau gehalten werden konnte und zumindest nicht weiter wuchs. Dann im Dezember 2005 die erschütternde Gewissheit: Er vertrug keine Chemotherapien mehr. Von diesem Zeitpunkt an ging es steil bergab. Am 01. März 2006 verstarb er schließlich mit 63 Jahren nach langem, schwerem Leiden.

Meine Großmutter, seine Mutter, ist damit natürlich überhaupt nicht klar gekommen. Wie auch? - Die Natur sieht in der Regel nicht vor, dass eine Mutter ihren Sohn zu Grabe trägt. Sie war psychisch sehr labil, klagte immer öfter über stechende Schmerzen beim Atmen. Im Mai 2006 wussten wir schließlich, was es war: ein faustgr0ßer Tumor auf der Lunge. Ganz klar, dass der Tumor nicht von heute auf morgen so gewachsen war ... Die Ärzte gaben ihr noch einige Monate.

Ich sah meiner Großmutter, bei der ich aufgewachsen bin, beim Sterben zu - diese Verzweiflung, diese schreienden Augen, diese Todesangst ... ich bin trotz des unglaublich schmerzhaften Verlustes, den ihr Tod am 20. Juli 2006 ausgelöst hat, sehr froh, in den letzten Tagen noch bei ihr gewesen zu sein. Abschied nehmen war für mich sehr wichtig. Eine Stunde, bevor sie gestorben ist, hat sie der Krankenschwester noch einen Ring gegeben, den sie ihr ganzes Leben lang getragen hat - für mich. Ich trage ihn in Stolz und Würde, er ist das schönste Geschenk, das ich je erhalten habe.

Besonders hart ist die Situation für meinen Vater, der innerhalb von fünf Monaten seinen Bruder und seine Mutter verloren hat.

Es ist in einer solchen Situation immer schwierig, anderen Menschen Mut zuzusprechen. Man weiß ja nicht mal selbst, was man hören will ...

Ich bewundere jedenfalls deinen Mut und deine Kraft, eine Stiftung für deine Mutter ins Leben rufen zu wollen. Dafür wünsche ich dir viel Erfolg und alles Gute! Ich bin sicher, du wirst es schaffen. Deine Mama wäre sehr stolz auf dich.

Alles Liebe

LL
 
Schönen Nachmittag
Hallo Lillytiger!

Ich finde es toll, dass du über den Tod so offen sprechen kannst. Das ist für einen selber sehr gut, wenn man über solche Dinge reden kann, denn ich finde, dann kann man den Schmerz besser ertragen.

Lillytiger, kannst du mir vielleicht ein bisschen mehr von dir erzählen, denn ich finde es immer schöner, wenn man weiß, mit wem man Gedanken austauscht.

War keine Absicht, dass ich dich bei meiner Liste vergessen habe.

Liebe Grüße und weiterhin viel Kraft

Missi
  • missi,
  • 2006.10.29, 13:02